Mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen?

Mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen

Die Digitalisierung eröffnet Sprachlehrern viele neue Türen und Verdienstmöglichkeiten. Du kannst mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen als üblicherweise an Sprachschulen gezahlt wird. Doch auch Zeitmanagement, das persönliche Verkaufs- und dein Organisationstalent spielen eine wichtige Rolle. Erfahre, wie du mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen kannst, ohne mehr zu arbeiten.

Lass uns im ersten Teil des Artikels untersuchen, wie die allgemeine Honorar-Situation der Sprachlehrer an Sprachschulen aussieht. Anschließend finden wir heraus, wie Lehrer mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen können.

Sprachlehrer an der Armutsgrenze

Wieder einmal lese ich einen Artikel über eine DaF Leherin, die an der Armutsgrenze lebt. Eine schockierende Lebensgeschichte, die in der Welt der Honorarlehrer leider an der Tagesordnung ist. Sprachschulen gibt es mittlerweile selbst im letzten Winkel der Erde wie Sand am Meer. Und die meisten halten sich sehr gut. Allem Anschein nach ist die Nachfrage nach Sprachunterricht hoch genug. Wie kann es also sein, dass Sprachlehrer an der Armutsgrenze leben, während sich private Sprachschulen immer weiter bereichern?

Der harte Wettbewerb privater Sprachschulen

Es gibt immer noch Berufe in Europa, die der Staat aus Wettbewerbsgründen in ihrer Anzahl an ausübenden Personen begrenzt (z.B. Notare, siehe Artikel – Die Welt). Kann sein, dass ich nicht mehr auf dem Laufenden bin, aber zumindest war das vor ein paar Jahren noch so. Wenn ich mir ansehe, wie viele Sprachschulen aus dem Boden schießen, dann wünschte ich manchmal, jemand würde hier einschreiten und eine Grenze setzen – manchmal. Wie kann ein Sprachlehrer mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen, wenn er sich dem Wettbewerb von Sprachschulen beugen muss, damit er überhaupt bezahlte Arbeit findet? Der Wettbewerb der Sprachschulen ist hart und wird in Zukunft sicherlich noch härter werden, wenn sich nichts ändert. Aber warum müssen die Sprachlehrer darunter leiden?

Werte des Sprachlehrers vs. Geldgeilheit von Sprachschulen

Ich behaupte, dass jemand, der Lehrer wird, dies nicht aus finanziellen Gründen tut, denn dass Honorarkräfte nicht viel verdienen ist wohl allgemein bekannt. Eher aus einem Gefühl der Berufung. Sprachlehrer beginnen, schätze ich, mit einer ähnlichen Einstellung, auch wenn sie Quereinsteiger sind. Die Liebe zur Sprache, Bildungswerte und die Chance, anderen Menschen zu helfen sind häufige Beweggründe für Sprachlehrer eben diesen Berufsweg einzuschlagen. Welche Gründe jeder einzelne in seinem Herzen auch trägt, die meisten sind sich nicht bewusst, wie miserabel Sprachlehrer tatsächlich bezahlt werden. Auf die Dumpinghonorare von Lehrern, die neben der Sprachschule Privatpersonen unterrichten gehe ich in einem anderen Artikel ein. Hier konzentriere ich mich lediglich auf Sprachschulen.

Die mir bekannten Sprachschulen in Deutschland bezahlen Sprachlehrer mit einem Durchschnittslohn von etwa 20,00 EUR/45 min (1 Unterrichtseinheit – UE). Dieser recht “gute” Lohn mag sich anfangs ganz passabel anhören, doch teilen wir die Arbeit eines Sprachlehrers auf. Denn die 45 min. Unterricht erfordern je nach Erfahrung des Sprachlehrers zwischen 4-2 h Vorbereitung in den ersten Jahren. Teilen wir die 20 EUR durch einen Durchschnittswert von 3 h, so verdient der Lehrer einen Stundenlohn von 6,66 EUR.

Hinzu kommt das Problem, dass Lehrer keinen Job haben, bei dem sie täglich 8 Stunden arbeiten. Sie unterrichten lediglich ein paar Stunden am Tag. Nehmen wir also an, ein Sprachlehrer leitet an einer Sprachschule 2 Kurse. Diese finden jeweils an 2 Abenden in der Woche á 1,5 h (2 UE) statt. Dann unterrichtet er somit 6 Stunden (4 x 1,5), was einen Verdienst von 160,00 EUR pro Woche (8 x 20,00 EUR) ausmacht. Solch eine Situation ist keine Seltenheit, weshalb viele nebenbei privat unterrichten. Samt Vorbereitungszeit hat der Lehrer bei diesem Beispiel bei einer Vorbereitungszeit von 2,5 h pro Abend ca. 16 Stunden.

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Wenn man bedenkt, dass wir hier von Akademikern sprechen, dann ist diese Entlohnung ein einziger Witz. Vor allem, da Sprachlehrer in Deutschland sozialversicherungspflichtig sind. Sie müssen somit mind. zwischen 160 und 260 EUR pro Monat in die Krankenkasse einzahlen. Hinzu kommen Pflegeversicherung, Rentenversicherung usw. Was bleibt dann am Monatsende übrig? Genau. Nichts! Hinzu kommt die Tatsache, dass die meisten Lehrer weder für die Erstellung von Tests, noch deren Prüfung und Auswertung extra bezahlt werden. Dies mindert die Einnahmen zusätzlich.

Wie kommen solche Dumpinglöhne zustande?

Eine Sprachschule muss natürlich zusehen, dass sie nicht mehr ausgibt, als sie einnimmt.

Ein Beispiel: Ein Gruppenkurs für Deutsch besteht aus etwa 15 Schülern. Jeder von ihnen zahlt umgerechnet etwa 10 EUR pro 45 min. Das ergibt 150 EUR pro 45 min. (Die angegebenen Zahlenwerte nehme ich aus Erfahrung, sie unterscheiden sich je nach Schule, Gruppenmitgliedern und Gesamtpreisen für einen Kurs). Grundsätzlich bin ich persönlich der Meinung, die Bezahlung für Sprachlehrer könnte wesentlich besser ausfallen.

Wie aus dieser Beispielrechnung zu ersehen ist, steht die Einnahme der Schule nicht im Vergleich zur Auszahlung an den Lehrer. Je günstiger ein Sprachkurs an einer Sprachschule angeboten wird, desto niedriger die Gesamteinnahme und die Chance, dem Lehrer mehr Geld zu zahlen. Also wer unterstützt die Dumpinglöhne? Ich bin mir sicher, dass Schüler auch mehr zahlen würden, wenn die Kurse etwas teurer ausfallen würden. Ein ganz simples Beispiel dafür sind Sprachinsitute, die ihre Kurse zu doppelt so teuren Preisen verkaufen als andere private Sprachschulen.

Dumpinghonorare werden nicht nur von Sprachschulen gemacht

Ein trauriges und strittiges Thema. Doch es gibt immer ein Angebot und eine Nachfrage. Die Branche ist einem Kreislauf gefangen. Die Nachfrage nach Sprachunterricht wächst. Immer mehr Sprachschulen werden gegründet. Wir leben in einer Generation, die alles immer günstiger haben möchte. Schüler gehen dorthin, wo es günstiger ist. Andere Sprachschulen ziehen mit günstigeren Angeboten, aber modernen Technologien nach. Sprachlehrer erhalten immer weniger Geld. Die Ausgaben der Sprachschulen steigen. Da es immer mehr Sprachlehrer gibt, sinkt das Honorar noch weiter. Und so weiter.

Du kannst mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen: du hast es in der Hand!

Wenn Sprachschulen nicht in der Lage sind, Grenzen zu setzen, dann solltest du es tun. Denn nur wenn das Angebot da ist, kann die Nachfrage gedeckt werden. In diesem Fall gehörst du zum Angebot und die Sprachschule zur Nachfrage. Lass nicht zu, dass die Nachfrage in diesem Fall das Angebot bestimmt. Wir Sprachlehrer können NEIN sagen zu Dumpingpreisen. Ein einzelner wird die Gesamtsituation nicht ändern, aber indem du beginnst, dich dagegen zu wehren, bist du für andere ein gutes Beispiel.

An einer Sprachschule zu arbeiten ist nicht der einzige Weg, wie du als Sprachlehrer Geld verdienen kannst. Wie anfangs erwähnt, bietet uns die digitale Welt viele Möglichkeiten und Chancen, die wir nur noch ergreifen müssen.

Auf Tutor Compass sowie in meinem Buch erhältst du viele Tipps, wie du mit Sprachunterricht mehr Geld verdienen kannst.

Was tust du, um mehr Geld zu verdienen? Oder reicht dir das bisherige Honorar aus? Wie immer freue ich mich auf deinen Kommentar.

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke für den Artikel, Marta! Wunderbar erklärt und genau meine Rede. Wie oft ich mir schon anhören musste “Sie sind zu teuer! Den Unterricht kriege ich an Schule XYZ viel billiger!” Ärgerlich, und genau die erwähnte 6,66€-Rechnung kommt mir dabei so bekannt vor. Lass uns dranbleiben – mit Qualität muss man auch etwas verdienen können! Viele Grüße

  2. Hallo liebe Catharina,

    entschuldige zunächst die späte Antwort.

    Viel zu viele Lehrer verkaufen sich unter Wert. Glücklicherweise ändert sich in Deutschland die Lage für DaF Lehrer. Hoffen wir mal, dass auch Privatlehrer langsam nachziehen.

    Schöne Grüße,

    Marta

  3. hi, ich bin freiberufliche Sprachlehrerin für Englisch u Französisch u auf eigene Rechnung tätig. ein Institut hat mir einen tollen Job angeboten: eine Klasse (11.) aufs Abitur vorbereiten, gezahlt bekäme ich 20,- für 45 Min. also ergo: 6,66EUR. für Französisch!!!da müssen die erstmal jemanden finden, der das unterrichten kann nachmittags.
    würde ich das privat machen, würde ich die Stunde nicht unter 30,-EUR (60) Min machen, was warhsch. schon günstig wäre. eine Frechheit….leider….

  4. hi, habe gerade Handwerker im Haus, der Klempnermeister nimmt 66€ die Stunde und der Maler 42€……….Keine Akademiker natürlich. Womit vergleichen wir uns hier eigentlich? In der Region (Frankfurt/Main) gibt es eine Studentin die DaF-Unterricht für 10€/45min anbietet. Ein Problem sind auch Frauen die “nur etwas Taschengeld” verdienen wollen, beim Ehemann mitversichert sind und nicht merken dass sie, wenn sie zu Dumpinglöhnen arbeiten, allen schaden. LG Britta

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