Warum du als Sprachlehrer diese 5 Fehler vermeiden solltest

Als Sprachlehrer Fehler vermeiden

Stell dir einen Sprachlehrer vor einer Gruppe von lernwilligen Schülern vor. Er spricht und spricht und hört nicht mehr auf. Zwischendurch nuschelt er irgendetwas vor sich hin. Dann dreht er sich zur Tafel und redet weiter. Dann dreht er sich um, schaut ENDLICH die Gruppe an und hört auf zu reden.

Jetzt starren die Schüler ihn an… Jeder von ihnen fragt sich, was der Lehrer jetzt von ihm will.

Erkennst du dich wieder? Starren deine Schüler dich manchmal an und du weißt nicht, warum? Vielleicht macht der ein oder andere schon ein Nickerchen?

Ich gebe zu, ich habe einige Fehler gemacht, und nicht nur am Anfang. Auch nicht nur in Bezug auf den Unterricht.

Alles, was neu war, musste ich erst lernen, mich einarbeiten und dann noch sinnvoll umsetzen. Denn die Praxis sieht immer anders aus, als die Theorie. Erst nachdem ich einige Sprachlehrer live beim Unterrichten beobachtet hatte, sind mir einige typische Fehler aufgefallen – bei ihnen und bei mir. Du kannst diese Fehler vermeiden.

5 typische Fehler von Sprachlehrern

Fehler 1: Unterbrich deine Schüler und rede ununterbrochen

Sprich die ganze Stunde lang selbst. Frag deine Schüler nie nach ihrer Meinung und ihren Erfahrungen. Vor allem aber lass sie nie ausreden. Unterbricht sofort, wenn jemand nach einem passenden Wort sucht. Warte nicht, bis dein Schüler einen ganzen Satz gebildet hat.

Fehler 2: Gib unverständliche Anweisungen

Verstehen dich deine Schüler nicht, liegt es an ihnen, nicht an dir? Schon klar. Je mehr Fachjargon du nutzt, desto gebildeter wirkst du auf deine Schüler. Dein Nuscheln wiederum motiviert sie, mehr zu lernen.

Fehler 3: Lass die Schüler nur Grammatik lernen

Besteht die ganze Stunde aus Grammatikübungen, dann bist du auf dem richtigen Weg. Das mögen Sprachschüler besonders gerne. Nur so lernen sie die neue Sprache im Alltag richtig zu nutzen.

Fehler 4: Lob niemals die Fortschritte deiner Schüler

Deine Schüler fühlen sich besonders motiviert, wenn du sie nie für ihre Fortschritte lobst. Hack auf ihren Fehlern herum und lach sie aus. Damit machst du dir immer gute Freunde. Nur dann werden sie aktiv am Unterricht teilnehmen.

Fehler 5: Sprich mit deinen Schülern viel in ihrer Muttersprache

Das motiviert sie besonders gut dazu, in der Fremdsprache zu sprechen. Das hilft ihnen auch sehr, in der Fremdsprache zu denken ohne ständig auf ihre Muttersprache auszuweichen.

10 Verhaltenstipps, mit denen du Fehler vermeiden kannst

Du merkst, in den Aussagen steckt viel Sarkasmus drin. Natürlich solltest du genau das Gegenteil tun. Findest du dich trotzdem in einigen Situationen wieder?

Dann befolge diese 10 Tipps:

  1. Sprich klar und deutlich, mach deinen Mund auf
  2. Sprich laut und immer zur Gruppe oder der Person
  3. Halte Blickkontakt beim Sprechen, sprich nicht zur Tafel (sehr beliebt)
  4. Sprich die Personen mit Namen an, wenn du sie um etwas bittest
  5. Gib einfache, kurze und klare Anweisungen (z. B. Es wäre gut, wenn ihr eure Bücher aufmacht. Moment mal, auf welcher Seite waren wir doch gleich. Ach auf Seite… – BITTE NICHT! Besser: Macht das Buch auf Seite 7 auf)
  6. Unterstütz deine Aufforderungen durch Mimik und Gestik (z. B. Auf Seite 7 – 7 Finger in die Luft zeigen)
  7. Sprich lieber weniger als zu viel
  8. Lass deine Schüler zu Hause theoretisch arbeiten, der Unterricht ist zum aktiven Lernen da
  9. Verzichte auf Fachjargon, den selbst ein Muttersprachler kaum versteht
  10. Positives Feedback wirkt 10 Mal besser, als 1 schlechte Kritik

Was Schüler vom Unterricht erwarten

Es gibt mehrere Ansätze, was guten Unterricht ausmacht. Die beste Antwort geben uns unsere Schüler. Auf meine Nachfrage kamen folgende Antworten. Schüler möchten im Unterricht

  1. Spaß haben
  2. Viel sprechen
  3. Weniger Grammatik lernen
  4. Das Gelernte praktisch anwenden
  5. Anweisungen verstehen
  6. Sich über ihre Erfolge freuen
  7. Gefordert werden (Lerneffekt erzielen)

Verhaltensfehler vermeiden und Schülerherzen gewinnen

Wenn du die genannten Präsenz-Fehler vermeiden lernst, hast du schon halb gewonnen. Denn „gute Manieren“ machen dich sympathisch, wodurch du andere Menschen mehr anziehst.

Indem du auf dein soziales Verhalten achtest, wirst du automatisch achtsamer auf deine Schüler eingehen. Du wirst zu einem Sprachlehrer, der an seinen Schülern und ihren Fortschritten interessiert ist. Das wiederum führt dazu, dass deine Schüler gerne mit dir lernen, bessere Fortschritte machen und die Sprache aktiver nutzen. Insgesamt haben beide Seiten mehr Spaß und Erfolg. Und genau darum geht es doch, oder?

Ein weiterer Vorteil für dich: deine Schüler werden zu einer aktiven Empfehlungsquelle.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, einen schönen Artikel von Martin Kurz hier anzuführen. In seinem Artikel beschreibt er seine typischen Fehler. Sehr sympathisch.

Erkennst du dich darin wieder? Erzähl mir von deinen Fehlern. Freue mich auf eine anregende Runde!

Danke, dass du den Artikel zu Ende gelesen hast!

Wenn du begeistert bist und gerne meinen 10-Schritte-Fahrplan für angehende Sprachlehrer hättest, dann trag dich hier ein!

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Als kleiner Grammatikfetischist ertappe ich mich leider immer wieder dabei zu viel über Grammatik zu reden… 😀

    Sehr guter Artikel! Zum Glück mache ich nicht alle diese Fehler! 😀

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