Mit dieser Erklärung zur Deklination wirst du zum Held deiner Schüler!

Deklination

Verzweifeln deine Schüler an der deutschen Deklination? Kommen sie mit den vielen Tabellen nicht klar? Sind sie durcheinander und wissen nicht, wann sie welche Endung benutzen müssen? Das muss nicht sein!

Gastbeitrag von Jan Richter / EasyDeutsch

Eigentlich ist die Deklination super einfach und beruht auf einem klaren und einfachen System! Deine Schüler müssen nur eine einzige Tabelle lernen!

Du glaubst mir nicht? Dann zeige ich dir jetzt, wie du zum Held bei deinen Schülern wirst, weil du ihnen zeigst, dass die Deklination total einfach ist und sie nicht dutzende Tabellen auswendig lernen müssen.

Fangen wir an!

Alles was sie lernen müssen, ist diese Tabelle: Deklination

Deklination

Ich bin mir sicher, diese Tabelle sehen deine Schüler nicht zum ersten Mal!

Bevor deine Schüler diese Tabelle nicht im Schlaf aufsagen können, geht es nicht weiter! Diese Tabelle müssen alle zu 100% können! Denn die ganze Deklination der Adjektive beruht auf dieser Tabelle!

Die Endungen ALLER Artikel und (fast) ALLER Pronomen sind immer gleich! Es sind immer die Endungen der bestimmten Artikel!

Darauf solltest du wirklich so viel Zeit verwenden, bis sie es draufhaben! Das spart sehr viel Unterrichtszeit bei allen anderen Artikeln!

Diese Tabelle bitte NIE WIEDER zeigen:

Wenn du deinen Schülern die Deklination der Artikel und Pronomen erklärst, zeige ihnen bitte NICHT diese Tabelle:

Nominativ Akkusativ Dativ Genitiv
Maskulin ein Mann ein Mann einem Mann eines Mannes
Feminin eine Frau eine Frau einer Frau einer Frau
Neutral ein Kind ein Kind einem Kind eines Kindes
Plural Eltern Eltern Eltern Eltern

Das gleiche gilt auch für Tabellen zu Possessivartikeln (mein, meine…), Negativartikel (kein, keine…) und allen weiteren.

Warum solltest du, diese Tabelle nicht zeigen? Es verwirrt die Schüler und sie denken: „Ah noch eine Tabelle, die wieder so ähnlich ist wie die andere, verwirrend!“

So solltest du die Deklination unterrichten:

Der Ansatz ist, es den Schülern so einfach wie möglich zu machen. Je mehr Tabellen er lernen muss, desto verwirrender wird es. Es macht mehr Sinn, die Deklination mit der ersten Tabelle als Ausgangspunkt zu unterrichten und alle Artikel und Pronomen mit ihr zu vergleichen.

Unbestimmte Artikel:

DeklinationDein Schüler muss nur wissen, welche Form gar keine Endung benutzt! Alle anderen Endungen sind die gleichen, wie der bestimmten Artikel!

Dasselbe gilt auch für alle anderen Artikel:

Der Negativartikel:

Deklination

Die Possessivartikel:

Deklination

Spätestens jetzt sollten deine Schüler das System dahinter erkennen!

Das Einzige, was sie extra wissen müssen, ist, dass im Nominativ Maskulin, Nominativ Neutral und Akkusativ Neutral gar keine Endung benutzt wird. Bei allen anderen fügt man einfach die Endung des bestimmten Artikels hinzu!

Dasselbe System bei den Pronomen:

Possessivpronomen:

Deklination

Relativ- und Demonstrativpronomen:

DeklinationAußer im Dativ Plural und im Genitiv entsprechen alle Pronomen bei den Relativ- und Demonstrativpronomen exakt denen der bestimmten Artikeln. Der bestimmte Artikel bleibt aber auch dort die Grundform. Du musst lediglich ein „en“ anhängen.

Sogar bei den Personalpronomen kannst du das System klar erkennen:

DeklinationSpätestens jetzt stimmt die jeder Schüler zu, dass die Deklination eigentlich gar nicht so schwer ist!

Die große Frage: Funktioniert das System auch bei der Adjektivdeklination?

JAAAAAA!!!! Aber dort ist es etwas komplexer. Wie die Adjektivdeklination funktioniert, habe ich in der Lektion Adjektivdeklination auf EasyDeutsch genau beschrieben, da der Artikel hier sonst viel zu lang werden würde!

Auf EasyDeutsch findest du weit über 100 einfache Erklärungen zur deutschen Grammatik. Unter anderem nimmt Jan mit seinem Artikeltrick den Schülern die Angst vor den Artikeln. Des Weiteren gibt es großartige Schritt für Schritt Anleitungen zu den Fällen, der N-Deklination und der Adjektivdeklination! Ich bin mir sicher, dass die Erklärungen auch deinen Schülern helfen können.

Danke, dass du den Artikel zu Ende gelesen hast!

Wenn du begeistert bist und gerne meinen 10-Schritte-Fahrplan für angehende Sprachlehrer hättest, dann trag dich hier ein!

Deine Daten sind bei mir absolut sicher. 100% ohne Spam.

10 Kommentare, sei der nächste!

  1. Tolle Zusammenstellungen und Tipps, die ich in keinem Grammatikbuch in dieser Klarheit und Verständlichkeit finde. Danke.

  2. Ich fragte schon mal irgendwo, warum denn die Fälle durcheinander gebracht worden sind, also 1., 4., 3., 2… Es ist UNLOGISCH, und – DAS irritiert die Schüler! Kann mir dieses verwegene 1432 jemand plausibel erklären…?

    1. 1234 ist bei DaF ein NoGo…. Das bringt die Schüler wirklich durcheinander! Bei Muttersprachlern mag es gehen, aber bei Deutsch als Fremdsprache sollte man das 1. Fall, 2. Fall etc. komplett weglassen! Das hat keinen Wert jemanden beizubringen, was der 1. der 2. , der 3. und der 4. Fall ist! Was bringt dem Schüler diese „Information“?

      Es ist einfach nach der Wichtigkeit und Reinfolge, wie man es lehren sollte geordnet! Nicht nach irgendwelchen Zahlen, die irgendwann irgendjemand mal festgelegt hat!

      Man kann ja schließlich nicht mit dem Genitiv starten und die Schüler kennen noch keinen Dativ und keinen Akkusativ!

      Ist dir das plausibel genug? 🙂

      1. Plausibel…? Nein, ist es nicht. Ich sehe darin nur Ihre Bemühung, das Rad neu zu erfinden. Außer, dass Sie die Prioritäten „neu“ setzen und damit Konfusion ggü. den grammatischen Lateingrundlagen schaffen, sehe ich darin keinen Beitrag, da diese neue Reihung schlicht unlogisch ist.

        „Man kann ja schließlich nicht mit dem Genitiv starten und die Schüler kennen noch keinen Dativ und keinen Akkusativ“ – mit diesem Satz widersprechen Sie sich selbst, sonst müssten Sie sagen: „… kennen noch keinen Akkusativ und keinen Dativ“.
        Pädagogischer Rabulismus.

        1. Niemand erfindet das Rad neu. Das einzige was sich ändert ist die Reihenfolge nach Wichtigkeit und Relevanz für Anfänger! Die Regeln im Lateinischen sind jemand er noch keinen Satz richtig bilden kann auf Deutsch auch gänzlich egal! Und um einen Satz bilden zu können ist der Akkusativ nunmal wesentlich wichtiger als der Genitiv, den man für die Bildung von einfachen Sätzen überhaupt nicht braucht!

          In allen Daf-Lehrwerken wird es so unterrichtet! Das 1234 stammt, stammt aus dem Latein… hat also mit Deutsch bestenfalls bei Sprachforschung was zu tun aber im DaF-Unterricht nicht wirklich etwas verloren, da es dem Schüler nicht hilft, außer er spricht Latein.

          Ich denke , dass ist eine Grundsatzfrage zu der wir hier keine Einigung finden werden. Aber meiner Meinung und Erfahrung nach ist es für DaF-Schüler wesentlich besser, es so zu unterrichten, da kein Schüler auf einigem niedrigen Niveau die Herkunft der Grammatik verstehen kann (und will). Warum was so ist, ist den meisten Schülern auch eher egal! Sie wollen es anwenden können und dabei ist gerade auf unteren Levels die Erklärung mit 1.,2., 3. und 4. Fall nicht besonders hilfreich oder wie wollen sie den Schülern erklären, dass sie den 4. Fall vor dem 2. erklären? (<– Das wäre nun wirklich unlogisch!)

  3. Danke, für eure Hilfe. Ja, natürlich ich habe diese Tabelle schon gesehen, aber nicht alle zusammen. Es geht klappt für uns besser alle zusammen sehen und dann unsere Schüler können sehen.

  4. Dein Tipp ist echt super und visuell sehr anschaulich herausgearbeitet. Ich habe ihn schon heute im Unterricht einsetzen können und auch das Gefühl, die Teilnehmer mit einem selbstsichereren Gefühl aus dem Unterricht entlassen zu haben. Da freut sich doch ein Lehrerherz. Vielen Dank fürs Teilen. 🙂

  5. Ich habe 20 Jahre Unterrichtserfahrung, bin auch auf die Ähnlichkeiten gekommen, aber nicht darauf, den Schülern alles zusammen zu zeigen. So haben sie einen Überblick, der alles klar macht. Tolle Idee, Jan!

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